15.06.2009 / 180 Schüler erzeugen ein Erdbeben

Am Montag, den 15. Juni 2009, erzeugten etwa 180 Schüler auf dem Gelände der Wiechert'schen Erdbebenwarte Göttingen im Rahmen von "Mission Olympic" ein künstliches Erdbeben, das in 120 m Entfernung von Seismographen aufgezeichnet wurde. Die Schüler zogen eine 4000 kg schwere Eisenkugel, die sogenannte Mintrop-Kugel, mit Hilfe eines einfachen Flaschenzuges an einem Fallturm hoch. Anschließend krachte die Kugel im freien Fall aus 13 m Höhe mit 60 km/h auf den Kalkboden des Hainbergs.

Vielleicht war es das erste Mal, daß dieses künstliche Erdbeben durch Muskelkraft erzeugt wurde. Als im Jahre 1908 Prof. Ludger Mintrop seine Fallversuche mit dieser von der Firma Krupp gestifteten Eisenkugel begann, berichtete er nur von einem Flaschenzug und einer einfachen Auslösevorrichtung, mit der das 4t-Gewicht in einem beliebigen Augenblick zum Freifall gebracht werden konnte. Beim Fall der Kugel aus 14 m Höhe war es ihm am 21. August 1908 gelungen, die erzeugten Bodenerschütterungen bis zu einer Entfernung von 710 m mit transportablen Seismographen sauber aufzuzeichnen. Die daraus abgeleiteten Erkenntnisse über die Ausbreitung der Wellen gelten als Geburtsstunde der angewandten Seismik. Die Entdeckung neuer Erdölvorkommen in Amerika und Europa mit Hilfe der aus den Fallversuchen abgeleiteten Methode der Sprengseismik brachten Prof. Ludger Mintrop großen Ruhm und wirtschaftlichen Erfolg.


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