Aufbau der Erde

die "Sensation" von Göttingen

Aufbau der Erde

"Beim Vergleichen der Aufzeichnungen aus Samoa und Göttingen fand Beno Gutenberg (siehe Personen) seltsame, bis dahin unbekannte Ausschläge in den Seismogrammen. Nach langem Rechnen interpretierte er sie als Reflexionen der Erdbebenwellen an einer Grenzschicht, die etwa 2900 Kilometer tief im Erdinneren liegt. Als Gutenberg seine Ergebnisse 1913 unter dem Titel „Über die Konstitution des Erdinneren“ veröffentlichte, war die Sensation perfekt. Er hatte den lange gesuchten, aber bis dahin nicht experimentell nachweisbaren Erdkern entdeckt." Was "Focus Online" hier so schön beschrieben hat, zeigt einen Meilenstein der Erforschung des Erdinneren auf.

Zwischen Erdkern und Kruste

Unsere Erde hat in grober Näherung die Form einer Kugel (tatsächlicher Erdradius 6357 bis 6378 km), deren Inneres aus mehreren Schalen aufgebaut ist: Im Zentrum befindet sich der feste Erdkern mit einem Radius von etwa 1250 km, welcher hauptsächlich aus Eisen und Nickel besteht. Daran schließt sich der flüssige Teil des Erdkerns (hauptsächlich Eisen) an mit einer Mächtigkeit von rund 2200 km. Darüber die 2900 km mächtige Schicht des sogenannten Mantels aus zähplastischem Gestein (Silikate und Oxide), und zuoberst eine relativ dünne, harte Kruste. Diese besteht ebenfalls aus Silikaten und Oxiden, ist aber mit Elementen angereichert, die nicht im Mantelgestein vorkommen. Mit ihrem schalenartigen Aufbau ist die Erde gleichzeitig der Prototyp der vier terrestrischen Planeten im inneren Teil unseres Sonnensystems.

Seismologie erschließt durch Wellenanalyse das Erdinnere

Die Seismologie schickt sich an, das Erdinnere tomografisch in drei Dimensionen abzubilden. Heiße und kalte Massenströme werden durch die Anomalie der Geschwindigkeit seismischer Wellen sichtbar gemacht. Bei weiterer Verbesserung der Auflösung wird es möglich werden, die Materialströme im Erdmantel darzustellen, die erstens Antrieb für die Plattentektonik und zweitens Teil des Geodynamos sind, der das Erdmagnetfeld erzeugt.

Seismogramme

Mit Hilfe von Seismographen (auch genannt Seismometer) werden seismische Wellen, die entweder die Erde durchlaufen oder sich entlang der Oberfläche ausbreiten, aufgezeichnet. Aus den Laufzeiten und Amplituden dieser Wellen lassen sich Rückschlüsse auf den inneren Aufbau der Erde ziehen. Die seismischen Eigenschaften eines Gebietes werden durch die Seismizität beschrieben. Durch Diagramme (Beach Balls) wird die räumliche Lage von Erdbebenherden dargestellt.

(Quelle: Wikipedia)

 

 

Diese Skizze zeigt die Vorstellung über die Struktur der Erde und die Laufwege der seismischen Wellen im Erdköper, wie sie am Beginn des 20sten Jahrhunderts herrschte. (Sieberg, 1908), Man beachte, dass der Erdkern zu dieser Zeit noch kein eindeutig nachgewiesener Bestandteil des Erdinnern war, das erfolgte erst 1913 durch Beno Gutenberg.