Das Gaußhaus

von Carl Friedrich Gauß zur Erforschung des Erdmagnetismus errichtet

Das Gaußhaus

Bitte vormerken: Sonntag, 6. September 2015 feiert der Verein Wiechert'sche Erdbebenwarte Göttingen sein 10jährges Bestehen als Familientag. Ein Schwerpunkt wird Carl-Friedrich Gauß sein: das Gauß-Haus und Gauß'sche Experimente und Spiele werden im Mittelpunkt stehen!

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1833 ließ Carl Friedrich Gauß im Garten der Göttinger Sternwarte an der Geismar Landstraße ein kleines Gebäude errichten, um darin gemeinsam mit dem Physiker Wilhelm Weber Experimente und erdmagnetische Beobachtungen durchzuführen. In Zusammenarbeit mit Wilhelm Weber und Alexander von Humboldt hat Gauß – neben anderen bahnbrechenden Forschungen – wegweisende Untersuchungen für die Geophysik durchgeführt.

Auf die Erdbebenwarte verlegt

Nach dem Tod von Gauß im Jahre 1855 war Weber bis 1866 für die Fortsetzung der Arbeiten zuständig. In dieser Zeit erfolgte die Erweiterung des Gauß-Hauses um einen zusätzlichen Flügel nach hinten. Nachfolger Webers wurde bis zu seinem Tode 1897 Ernst Schering. Danach begannen Überlegungen, ein Institut für Geophysik zu gründen. Nach Fertigstellung des Instituts wurde das Gaußhaus 1902 auf seinen jetzigen Standort am Hainberg umgesetzt.

Nicht ein einziger Eisennagel

Das Gaußhaus hat eine bautechnische Besonderheit: Damit magnetische Versuche möglichst störungsfrei verlaufen, wurde es aus Holz und anderen nicht-magnetischen Materialien gebaut. Wenn Metall benötigt wurde, kam ausschließlich Kupfer, Messing oder Zink zum Einsatz.

Carl Friedrich Gauß (Auszug aus Wikipedia)

Johann Carl Friedrich Gauß (latinisiert Carolus Fridericus Gauss; * 30. April 1777 in Braunschweig; † 23. Februar 1855 in Göttingen) war ein deutscher Mathematiker, Astronom, Geodät und Physiker mit einem breit gefächerten Feld an Interessen.
Seine überragenden wissenschaftlichen Leistungen waren schon seinen Zeitgenossen bewusst.

Gauß'sche Glockenkurve

Mit 18 Jahren entwickelte er die Grundlagen der modernen Ausgleichsrechnung und der mathematischen Statistik (Methode kleinster Quadrate), mit der er 1800 die Wiederentdeckung des ersten Asteroiden Ceres ermöglichte. Auf Gauß gehen die nicht-euklidische Geometrie, zahlreiche mathematische Funktionen, Integralsätze, die gaußsche Glockenkurve, erste Lösungen für elliptische Integrale und die gaußsche Osterformel zurück.

Universitätsprofessor in Göttingen

1807 wurde er zum Universitätsprofessor und Sternwartendirektor in Göttingen berufen und später auch mit der Landesvermessung des Königreichs Hannover betraut. Neben der Zahlen- und der Potentialtheorie erforschte er u. a. das Erdmagnetfeld und führte – 150 Jahre vor ihrer praktischen Verwirklichung – im Harz die erste Geoidstudie durch.

"Fürst der Mathematiker"

Bereits 1856 ließ der König von Hannover Gedenkmünzen mit dem Bild von Gauß und der Inschrift „Mathematicorum Principi“ (deutsch: „dem Fürsten der Mathematiker“) prägen. Da Gauß nur einen Bruchteil seiner Entdeckungen veröffentlichte, erschloss sich der Nachwelt die Tiefgründigkeit und Reichweite seines Werks erst, als 1898 sein Tagebuch entdeckt und ausgewertet wurde.

Namensgeber zahlreicher Institutionen

Nach Gauß sind zahlreiche mathematisch-physikalische Phänomene und Lösungen benannt, mehrere Vermessungs- und Aussichtstürme, dutzende Schulen, Forschungszentren und wissenschaftliche Ehrungen wie die Carl-Friedrich-Gauß-Medaille der Braunschweigischen Akademie, sowie die festlichen Gauß-Vorlesungen, die jedes Semester an einer deutschen Hochschule stattfinden. Gauß war zudem Mitgründer des "Göttinger Magnetischen Vereins". 

Bitte Sehen Sie sich auch den YouTube Film an: "Von Gauß zur Hightechregion"